Dr. med. Frank Ulrich Montgomery
Warnstreiks und Proteste der Ärzte in Hamburg
Rede anlässlich der Protestkundgebung auf dem Gänsemarkt, 19. Oktober 2005
In Hamburg haben die Krankenhäuser einen eigenen Arbeitgeberverband gegründet. Das ist gut so. Wir wollen weg vom TVöD, der die Arbeitsverhältnisse für den Leuchtturmwärter in der Deutsche Bucht genauso regelt, wie für den Friedhofsgärtner in München, den Verwaltungsbeamten in Essen und den Chefarzt in Berlin. Das ist schlicht Quatsch. Wir brauchen ein eigenständiges Tarifwerk für Krankenhäuser, keine vom preußischen Beamtenrecht abgeleitete Alimentationsordnung für Staatsdiener.
Wir fordern deswegen:
Abschluss eines arztgerechten Tarifvertrags. In Hamburg, mit den Kommunen und auch den Ländern. Wir brauchen eine eigene Vergütungsordnung für Ärzte, nicht den TVöD!
Bezahlung aller geleisteten Überstunden und aller Bereitschaftsdienste als vollwertige Arbeitszeit mit angemessenen Zuschlägen an Sonn- und Feiertagen sowie nachts.
Abschaffung unzumutbar kurzer Vertragsbefristungen
Kein Abbau ärztlicher Stellen, sondern Mehreinstellungen zur besseren Verteilung der Arbeit.
Vor allem aber fordern wir: Endlich Grundgehälter und Überstundenvergütungen, die sich an den Leistungen unserer westlichen Nachbarländer orientieren – das heißt: die deutlich höher sind!